Der Krieg wird jahrtausendlang als Vollzug der göttlichen Weltordnung verstanden und trägt alle Merkmale einer Kultureinrichtung: Bestimmte Symbole eröffnen ihn; er läuft nach gewissen Regeln ab und findet seinen rituellen Abschluß. Zu allen Zeiten hat der Krieg kraftvolle künstlerische Sujets inspiriert.
Eliten machen sich das Tierbild zunutze, indem sie die vom Tierkampf inspirierten Tugenden wie Tapferkeit, Stärke, Schnelligkeit, Mut oder List für sich in Anspruch nehmen. Das Tier wird zum Leitbild und zentralen Motiv der Heraldik. In Europa und im Orient stammen die praedisponierenden Leitbilder hauptsächlich aus der Kunst früher Reiter-Krieger-Dynastien und dem uralten "Denken im Tier".

Bis in die Spätantike ist der Löwenkampf eine beliebte Darstellung auf Siegelsteinen, Gemmen und Plaketten: Das Volk sollte sehen, wie kraftvoll sein Fürst den König der Tiere bezwingt. Sehr häufig trägt ein Tierdekor zum "Charisma der Waffe" bei, zur numinosen Kraft eines Dolchs, Helms oder Gürtelbeschlags. Eine nicht minder bedeutende Rolle spielt das Pferd als unentbehrlicher Kriegsgefährte. Der Adler als Ausdruck von Weitblick und Majestät verkörpert militärische Tugenden und ist wichtiges Kunstmotiv.
Im Mittelpunkt höfischer Kunst steht das Herrscherbild als usurpiertes Götterbild. Das höfische Zeremoniell ist quasi religiös. Monarchen festigen als Mäzene der Kunst ihren eigenen Ruhm und Nachruhm. Es entstehen pompöse Repräsentationsstile, die Respekt und Bewunderung hervorrufen und gleichzeitig Sinn für Ordnung und System vermitteln sollen.