Aus der Bewährung im Kampf gehen Aristokratien hervor, die sich zur Legitimation ihrer Herrschaft der alten Symbole bedienen: Das jeweilige Weltbild und seine allgemein verbindliche Zeichensprache werden politisch vereinnahmt: Der Herrscher ist sakrosankt; er erscheint als "Himmelssohn" oder zumindest als Vollstrecker des göttlichen Willens auf Erden.

Das Kunsthandwerk, das über die Handelswege immer größere Verbreitung findet, wird zum Träger politischer Botschaften und Machtanmeldungen, wobei die ehemals religiös begründeten "codes" eine Umwertung erfahren. Sie werden zu Zeichen der Repräsentation umgeformt.

Neben das Götterbild tritt das Abbild des Herrschers, oft in Verbindung mit jenem. Attribute und Machtinsignien, die ursprünglich in Götterbildern Verwendung fanden, tauchen plötzlich im Herrscherbild auf. Embleme aus liturgischen Zusammenhängen zieren Kaiserroben und höfische Requisiten. Das Götterbild wiederum erfährt eine Vermenschlichung und verliert seine Unnahbarkeit: es rückt in Reichweite des Menschen. Das Tierbild wird in der höfischen Kunst prächtig ausgestaltet, die Tugenden oder Glücksverheißungen der jeweiligen Tierart werden mit den Würdenträgern verknüpft.