Die Symbole dienen als Anhaltspunkte im Chaos der Welt. Religiöse Wirklichkeit ist immer eine durch Zeichen vermittelte. Diese stehen für etwas nicht Anwesendes, und sind nur für den Schauenden aufschlußreich, der sie entschlüsselt.


Besondere Bedeutung kommt dieser symbolischen Erkenntnishaltung in der religiösen Kommunikation fernöstlicher Kulturkreise zu:
Der Taoismus bringt eine Vielfalt an Symbolen hervor: Zu Weisheit und Erleuchtung gelangt derjenige, der Tao ("Weg") verstanden hat und in Harmonie mit ihm lebt. Beliebt sind Darstellungen von Bergen und Häusern, die von mythischen Figuren und Tieren bevölkert werden und kosmische Vorstellungen abbilden.
In der hinduistischen und buddhistischen Kunst wird der Bedeutungstransfer vor allem durch Körperhaltungen, Gesten, Begleitfiguren oder Attribute zum Ausdruck gebracht. So sind z.B. mehrere Köpfe ein Ausdruck der Allwissenheit; viele Arme deuten auf Allmacht hin, während die Yoga-Stellung Transzendenz symbolisiert. Attribute wie Keule (physische Kraft), Lotus (Wachstum), oder Diskus (Zeit) können vielfältig miteinander kombiniert werden. Die verschiedenen indischen Religionen verwenden praktisch dieselben Ausdrucksmittel.