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Siddharta
Gautama, der Buddha, lehrt im 6. Jh. v. Chr. in Nordindien eine
pragmatische Methode, um aus dem Kreislauf der Wiedergeburten erlöst
zu werden. Demnach entsteht das Leid der Menschheit aus dem Begehren
und aus dem Glauben an die Unsterblichkeit der Seele. Seine Lehre
vom achtteiligen Pfad, der ins Nirwana führt, gelangt über
die Handelswege als Mahayana-Buddhismus ("großes Fahrzeug")
nach China und Japan. Der Theraveda-Buddhismus ("kleines Fahrzeug")
etabliert sich im südostasiatischen Raum, der Vayrajana-Buddhismus
(Diamant-Fahrzeug) in Tibet.
Da der Buddhismus eine Philosophie der Erlösung ist, dürfte
es eigentlich keine buddhistische Mythologie geben. Tatsächlich
bedienen sich aber die Buddhisten der vorhandenen Mythologien, um
ihre Weltansicht zu veranschaulichen.
Die religiösen Bildwerke sind ideoplastische Zeichen, die Formen
konventionsgebunden, die Bedeutungen ikonographisch bestimmbar.
Zu den wichtigsten Merkmalen des Buddha zählen das Mönchsgewand,
die kurze Haartracht mit schneckenförmigen Löckchen, der
kuppelförmige Schädelauswuchs (usnisha) als Zeichen übernatürlicher
Weisheit, sowie die "urna" zwischen den Augenbrauen, von
der Lichtstrahlen ausgehen, um die Welt zu erleuchten. Der Buddha
ist meistens in Yoga-Sitzhaltung oder auch stehend dargestellt,
oft von einer Strahlenmandorla umgeben und auf einem Lotus-Sockel
- dem Symbol der Reinheit - thronend.
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