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Mythen
erzählen vom Handeln der Götter. Sie entstammen dem archetypischen
Fundus der Menschheit und sind als Ideengeschichte zugleich ein
Teil der Faktengeschichte. Aus dem Wunsch der Menschen, ihre Mythen
zu ordnen, entsteht Religion. Sie ist Idee einer Weltordnung und
für jeden Kulturkreis primäre Triebkraft zum Aufbruch.
Die "Magna Mater" - Fruchbarkeits-, Liebes- und Todesgöttin
und seit der Steinzeit wichtigster göttlicher Prototyp - erfährt
zahllose Inkarnationen: Als Urmutter ist sie die Herrin der Tiere,
der Erdfruchtbarkeit, der Wälder und Gewässer, schließlich
Himmelskönigin und Gottesgebärerin.
Unter der Bezeichnung Devi sind verschiedene Göttinnen des
klassischen Hindu-Pantheons, zusammengefaßt. Grundlage aller
Hindu-Mythen ist die Spannung zwischen Schöpfung und Zerstörung,
wobei den Devi die Aufgabe zufällt, die Stabilität der
Welt aufrechtzuerhalten. Älteste Göttergruppe des vedischen
Pantheon ist die Trimurti: Brachma als Schöpfer, Vishnu als
Erhalter, Shiva als Zerstörer des Universums. Die Trinität
als Modell einer Gottesvorstellung erfährt schon damals künstlerische
Gestaltung.
Im 6. und 5. vorchristlichen Jahrhundert kommt es zu einem beispiellosen
Ausbruch von Ergriffenheit und Genius in mehreren Weltgegenden.
Etwa um diese Zeit leben und lehren Buddha in Indien, Zarathustra
in Persien. Im Vorderen Orient verkünden die Propheten die
Hoffnung auf den Messias und es entsteht das Alte Testament. Griechenland
begründet die erste Demokratie. China bringt seine beiden größten
Philosophen hervor: Lao Tse und Konfuzius.
Die Tao-Philosophie wird bald zur Religion, die ein Pantheon animistischer
Gottheiten, vermenschlichter Planenten und heroischer Schutzgeister
hervorbringt und schließlich in der buddhistischen Ikonographie
aufgeht.
Die ältesten Darstellungen des historischen Buddha stammen
aus dem 1. bis 2. Jh. n. Chr. Seine Ausformung erfährt das
Bildnis des Buddha in Gandhara unter starkem Einfluß der hellenistischen
Kunst , und in Mathura, wo der Typus der Yaksha (Naturgötter)
Pate steht.
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