Weltbilder im Spiegel der Kunst
Seit den Anfängen der Kunst im Paläolithikum werden ihre Ausdrucksformen von Weltbildern geprägt. Vorstellungen vom Kosmos und seinen Kräften, von Geburt, Tod, Liebe, Macht oder Heldentum haben zu allen Zeiten in Gegenständen Gestalt angenommen. Ob Kunstwerke oder Artefakte - ihre bedeutungsvermittelnden Eigenschaften helfen uns, den über 30.000 Jahre gespannten Bogen künstlerischer Entfaltung zu begreifen: von der magischen Vorstellungswelt der Steinzeitjäger über die von Mythen und Religionen geprägten Kulturphasen bis zur Kunst des anthropozentrischen Zeitalters. Weil Formfragen meist auch Sinnfragen sind, lohnt es sich, den immanenten Botschaften der Bedeutungsträger nachzuspüren. Die Besucher sind eingeladen, die Kulturgeschichte in ihren faszinierenden, oftmals rätselhaften Zusammenhängen zu entdecken und dem ,Geheimnis Kunst‘ einen Schritt näherzutreten.
In der anthropologischen Sammlung Coreth werden wichtige Entwicklungslinien und Verlaufsstrukturen anhand des Leitfadens Tierbild-Götterbild-Menschenbild dargestellt. Die Kunstwerke werden nicht nach gängigen Einteilungen, sondern nach kulturübergreifenden Gemeinsamkeiten ihrer Motive, Formensprachen und rituellen Funktionen präsentiert. Sie treten themenbezogen ins Blickfeld und ermöglichen dadurch eine vergleichende Betrachtung.
Das Museum Humanum ist ein kleiner Schauplatz großer menschlicher Themen, ein erstaunliches Panoptikum. Es macht betroffen, weil in der Zusammenschau nicht nur eine universelle Sehnsucht, sondern auch die Widersprüchlichkeit menschlicher Orientierung und Sinnsuche sichtbar wird. Wer sich auf diesen Streifzug durch Weltbilder einlässt, wird Kunst fortan vielleicht mit anderen Augen betrachten. Womöglich begegnet er auch den Grundfragen seines eigenen Lebens..
Akademien und Schulen nutzen das Museum Humanum für pädagogische Projekte und Workshops, weil es eine kulturübergreifende Kunstbetrachtung nach universellen Themen ermöglicht. Die Führungen werden altersgerecht gestaltet, ihre Fokussierungen auf die Interessen der Teilnehmer abgestimmt.
AUSZEICHNUNGEN:
2004: Staatspreis (Kulturbrücke)
2004: Comenius-Medaille
2007: Kulturpreis des Landes NÖ
2009: Österreichischer Bundesmuseumspreis
2010: Prix Jeanne de Ferrette
2010: Nominierung für den Innovationspreis NÖ
2016: Österreichisches Museumsgütesiegel
2020: Würdigungspreis des Landes NÖ
2022: Maecenas NÖ
2024: Ö1-Publikumspreis (Kulturbrücke)