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In
memoriam Kardinal Franz König:
Er war ein großer Brückenbauer und Vermittler zwischen
den Kulturen. Ihn faszinierten die Analogien im religiösen
Kunstschaffen der Völker. Im Museum Humanum der Peter-Coreth-Sammlung
fand er seine Überzeugung von der fundamentalen Einheit der
unterschiedlichen Ausdrucksformen bestätigt. Er sprach von
Vielfalt in der Einheit.

KARDINAL
FRANZ KÖNIG im MUSEUM HUMANUM
Aus
seiner großen Versöhnungs-Rede für Mitteleuropa,
gehalten am 29. April 2OO1 zur Eröffnung der Ausstellung
"Verschwundene Lebenswelt, vergessener Alltag - das 2O.
Jahrhundert im Spiegel einer mitteleuropäischen Region"
in Fratres.
"Auf
dem Weg nach Europa gilt es, alles Trennende abzubauen und neue
Verbindungen aus historischer und geographischer Sicht zu suchen
und zu verwirklichen. Es gilt aber auch, alte, vergessene Verbindungen
wieder neu zu beleben. Dies gilt besonders für den Raum Mitteleuropa,
wo die Vielfalt der Religionen und Sprachen zusammentrifft.
Diese
Notwendigkeit hat die Kulturbrücke Fratres, im nördlichen
Waldviertel gelegen, erkannt und aufgegriffen. Mit grenzüberschreitenden
Veranstaltungen wird hier in vorbildlicher Weise versucht, nicht
nur große Worte, sondern praktische, vertrauensfördernde
Taten zu setzen. Leider ist der Stacheldraht in den Köpfen
bei vielen noch nicht verschwunden. Die Last der Geschichte erscheint
für jene, die im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg gerade in
dieser Grenzregion schweres Unrecht erlitten haben, oft zu groß,
um der anderen Seite die Hand zur Versöhnung zu reichen.- Und
doch führt an einer echten, christlichen Aussöhnung kein
Weg vorbei, wenn die neue Nachbarschaft gelingen soll. Vielleicht
könnte eine gemeinsame Gedenkstätte für alle Opfer
politischen Terrors auf beiden Seiten, wie sie hier in Fratres entstehen
soll, als hoffnungsvolles Zeichen für einen Aufbruch in ein
Jahrhundert ohne Haß und Vorurteil verstanden werden.
Heute
haben wir, wie zur Zeit des hl. Benedikt, die Last und die Chance
eines neuen Anfangs. Das Schicksal dieses neuen Europas liegt in
unseren Händen. Je mehr ähnliche Initiativen wie hier
in Fratres entstehen werden, desto konkreter wird die Gestaltung
der gemeinsamen Zukunft auf dem Kontinent Europa sein."
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