| Einführung
Seit
den Anfängen der Kunst im Paläolithikum werden ihre Ausdrucksformen
von Weltbildern geprägt. Vorstellungen vom Kosmos und seinen
Kräften bestimmen von jeher auch die Wertreliefs in der Kunst.
Die
SAMMLUNG PETER CORETH will zu einem anthropologischen Kunstverständnis
beitragen, indem sie Formfragen als Sinnfragen zur Darstellung bringt.
Im Zentrum stehen die bedeutungsvermittelnden Eigenschaften von
Kunstwerken und anderen Zeugnissen der materiellen Kultur. Diese
veranschaulichen den Wandel künstlerischer Motivik und Formensprache
vor dem Hintergrund der Evolution von Magie, Mythos, religiösem
und rationalem Denken.
In
einem weitgespannten Bogen erschließt sich die phänomenale
Vielfalt, aber auch die fundamentale Gemeinsamkeit im Kunstwollen
der Völker, erhellen sich innere Beweggründe, Leitlinien
und formale Grundmuster. Der globale Bezugsrahmen der Ausstellung
war ein unumgängliches Wagnis, weil erst durch ihn ein vergleichendes
Betrachten ermöglicht und ein komplexeres Kunstverständnis
stimuliert wird. Damit ging freilich der Zwang zur Beschränkung
auf wenige Grundmotive einher.
Das
Konzept der Dauerausstellung wird von der Architektur der Säulenhalle
unterstützt, in der jede Arkade einem bestimmten Thema gewidmet
ist. Die Objekte treten nicht als verwirrende Einzelphänomene,
sondern in ihrer thematischen oder funktionellen Zusammengehörigkeit
ins Blickfeld, denn sie sollen als vielgestaltiger Ausdruck menschlicher
Orientierung begriffen werden. Keinesfalls wird der Anspruch erhoben,
ganze Kulturkreise und ihre zentralen Fragestellungen abzudecken
bzw. repräsentativ zu dokumentieren. Das "Museum Humanum"
zeigt Beispiele zur Evolution der Kunst und ist als kleiner Schauplatz
großer menschlicher Themen gedacht.
Anliegen ist nicht die Belehrung, sondern die Verführung des
Besuchers zu eigenem Betrachten und Reflektieren. Präsentationsprinzip
ist die SYNOPSIS, nicht das Ausloten der Einzelheit. Der Besucher
kann das Konzept als offenes Denkmodell benützen und für
seinen persönlichen Gebrauch adaptieren.
Dank
einer großzügigen Förderung durch das Bundministerium
für Bildung, Wissenschaft und Kultur wird der Museumsbetrieb
bald erweitert und professionalisiert.
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